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Alpenüberquerung im Heißluftballon

Alpenüberquerung - Im Heißluftballon über die Alpen nach Italien
Der Heißluftballon wird mit viel Brennstoff und wenig Gästen beladen und dann geht es von Deutschland bis nach Italien, nonstop im Ballon - das ist eine Alpenüberquerung.

Die richtige Wetterlage
Wetterkarten zur Vorhersage von AlpenüberquerungenAlpenüberquerungen im Heißluftballon finden nur in den Wintermonaten, zwischen Anfang November und Ende Februar statt. Grund dafür ist eine bestimmte Wetterlage, die diese Art der Ballonfahrt zulässt.
Kurz nach einem Kaltlufteinbruch aus dem Norden, dem ein Hoch aus dem Westen folgt, dreht der Wind in der Höhe oftmals auf eine nördliche Richtung. Die Nordströmung muss zwischen 340° und 30° betragen und die Windgeschwindigkeit sollte bei rund 100 km/h liegen. Dann ist bei einem Start im bayerischen Voralpenland eine Landung in der Poebene, in einem Bereich zwischen Udine, Venedig, Verona und Brescia möglich.

Das Starkwindfeld sollte idealer weise in einer Höhe zwischen 4500 und 5500 m liegen. Liegt es unter 4000 m, werden die Wirbel im Bereich des Alpenhauptkammes sehr stark. Ist der passende Wind erst in Höhen über 6000 m zu finden, steigt auch die Belastung von Ballonmaterial und beteiligten Personen überproportional an.
Unter -30°C sollte die Temperatur in der Fahrthöhe nicht liegen, sonst wird das Abenteuer unangenehm kalt und es besteht eine erhöhte Gefahr des Einfrierens der Sauerstoffanlage sowie des Gassystems des Heißluftballons.

Im Bereich der Nordalpen darf der durch die nördliche Anströmung hervorgerufene Nordstau (Bewölkung) nicht zu ausgeprägt sein. Die Landegebiete in Oberitalien müssen nebelfrei sein und der Bodenwind zum Start bzw. der Landung unter 10 kt liegen.
Sind alle diese Parameter erfüllt, steht einer Alpenüberquerung im Ballon aus Sicht des Wetters nichts entgegen.

Fahrtbeispiele von Alpenüberquerungen

Ausrüstung
Der Heißluftballon wird für eine Alpenüberquerung speziell ausgerüstet. Aus Gründen der Sicherheit ist es ratsam, alle wichtigen elektronischen Geräte wie Funkgerät, Höhenmesser, Variometer und GPS doppelt an Bord mitzunehmen. Dadurch wird das Risiko eines Ausfalls durch die vorherrschende Kälte minimiert. Zu einer guten Ausrüstung gehören noch ein ELT, die Ausrüstung für ein Notbiwak, Kreislauftropfen, Traubenzucker, Schlafsack und Wärmepads.

Da eine Alpenüberquerung in Höhen über FL 100 stattfindet, ist ein Transponder an Bord mitzuführen. Der Pilot hat Kontakt mit den jeweiligen Luftverkehrskontrollstellen aufzunehmen. Er muss sich jede Bewegung im Luftraum von diesen Stellen genehmigen zu lassen.

Sicherheit durch SauerstoffmaskeUm Problemen mit Sauerstoffmangel in der Höhe vorzubeugen, wird während der Ballonfahrt über 3000 m Höhe eine Atemmaske getragen. Aus dieser strömt Höhenatemluft (gereinigter, getrockneter Sauerstoff) aus Sauerstoffflaschen, die extra an Bord mitgeführt werden. Für jede Person an Bord muss eine eigene Atemmaske vorhanden sein. Für den Notfall (z. B. Problem mit einer Sauerstoffanlage) empfiehlt es sich, eine separate Flasche mit Durchströmarmatur und Maske als Ersatz mitzuführen.

Gute Beinkleidung und Schuhe zur Alpenüberquerung
In der Höhe, in der man sich bei einer Alpenüberquerung bewegt, herrschen Temperaturen zwischen -20°C und -30°C. Jedoch scheint die Sonne und man spürt keinen Fahrtwind - der Ballon bewegt sich mit dem Wind. Auch der Brenner strahlt Wärme ab.
Wichtig sind gute Beinbekleidung und warme Schuhe, da sich der Unterkörper im Schatten des Korbes befindet und man sich nicht viel bewegt. Lange Unterwäsche, Fleecepulli, Skihose, Daunenjacke, eine Mütze die über die Ohren geht und Handschuhe haben sich für diese Art der Ballonfahrt am besten bewährt. Auch eine Sonnenbrille zum Schutz der Augen in der Höhe gehören zur persönlichen Ausrüstung.

Gesundheit
Um an einer Alpenüberquerung teilzunehmen, sollte man körperlich fit sein und mit der Höhe keine Probleme haben. Der Aufstieg in die Höhe erfolgt sehr zügig (ca. 50 Minuten) - das ist belastend für den Kreislauf. In den letzten Tagen vor der Fahrt darf man nicht erkältet gewesen sein, sonst kann es unter Umständen Probleme mit dem Druckausgleich in den Gehörgängen und der Stirnhöhle geben. Herrscht hierbei eine gewisse Unsicherheit ist es ratsam, vorher einen Arzt zu konsultieren. Als Passagier ist es ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn man schon einmal eine "normale" Ballonfahrt mitgemacht hat.

Alpenhauptkamm

Zeitliche Planung für Mitfahrer - Ablauf
Wenn man eine Alpenüberquerung im Ballon erleben möchte, wendet man sich am Besten an ein qualifiziertes Ballonfahrtunternehmen, das Erfahrung in dieser Materie hat. Von diesem wird man 2-3 Tage vor dem Ereignis informiert, dass sich eine entsprechende Wetterlage ankündigt. Für das komplette Abenteuer Alpenüberquerung sollte man sich 1-2 Tage Zeit nehmen können. Ca. 12 Stunden vor dem geplanten Start, werden noch mal alle Wetterdaten eingehend überprüft und bei guten Vorhersagen grünes Licht zur Anreise an den Startort gegeben.

Die Startorte liegen normalerweise im Voralpenland und variieren je nach Unternehmen zwischen Allgäu und dem Chiemgau. Unmittelbar vor dem Start werden ein letztes Mal alle Wetterdaten abgerufen und dann rüstet das Ballonteam zusammen mit den Gästen den Ballon auf. Der Aufstieg auf die geplante Fahrthöhe erfolgt relativ zügig, ab einer Höhe von 2,5 - 3 km werden die Sauerstoffmasken angelegt. Der Pilot steht in ständigem Funkkontakt mit den zuständigen Luftverkehrskontrollstellen und holt sich die Freigabe zum Steigen in den kontrollierten Luftraum über Flugfläche 100. Ab einer bestimmten Höhe wird dann der Wind auf nördliche Richtungen drehen und an Geschwindigkeit zunehmen. Als Passagier hat man jetzt die Möglichkeit das ganze ziemlich entspannt auf sich wirken zu lassen, die Ballonfahrt zu genießen und zu fotografieren.

Bei normalen Bedingungen ist nach 1,5 - 2 Stunden der Alpenhauptkamm erreicht und die Fahrt geht weiter nach Italien. Bei guten Sichtverhältnissen ist es jetzt schon möglich, das Meer zu erkennen. Nach ca. 3 Stunden hat der Ballon die Poebene erreicht und der Pilot wird die Landung einleiten. Dazu holt er sich über Funk die Freigabe zum Sinken von den zuständigen italienischen Fluglotsen. Der Funkverkehr findet übrigens auf englisch statt. In der Poebene ist die Landung aufgrund der dichten Besiedelung und vieler Stromleitungen oft nicht ganz einfach, das Landefeld sollte mit dem Auto auch erreichbar und befahrbar sein. Der Pilot wird versuchen in der Nähe einer Ortschaft zu landen, da sich dadurch das Treffen mit dem Verfolger einfacher gestaltet. Die gesamte Fahrtdauer beträgt ca. 3-4 Stunden, bei langsameren Winden sind aber auch Alpenüberquerungen mit einer Fahrtzeit von 4-5 Stunden möglich. Voraussetzung hierfür ist ein ausreichender Propangasvorrat des Ballons.

Gigantische Fernsichten

Nach der Landung wird telefonisch Kontakt mit dem Verfolger aufgenommen und ihm der genaue Landeort mitgeteilt. Da der Ballon die Strecke wesentlich schneller und geradliniger zurückgelegt hat, ist das Auto mit dem Anhänger meist noch unterwegs. Anschließend geht es ans gemeinsame Verpacken des Ballons.

Am Landeort ist es nicht ungewöhnlich, dass viele Einheimische zusammenlaufen. Sie wollen diesem seltenen Anblick der winterlich angezogenen Luftfahrer beiwohnen, die so plötzlich vom Himmel herabsegeln und behaupten, aus Deutschland zu kommen. Nicht selten wird die Besatzung auch mit Wein oder Spirituosen versorgt. Nach dem Verpacken wird entschieden, ob man am Landeplatz auf den Verfolger wartet und sich über die mitgebrachte Brotzeit hermacht, oder ob man sich lieber in das nächstgelegene Lokal begibt. Dies ist je nach Uhrzeit bzw. voraussichtlicher Ankunftszeit des Verfolgers abzuwägen. Manchmal kann es ratsam sein, dass sich einer der Alpenüberquerer auf den Weg zur nächsten Ortschaft macht und dort mit dem Verfolger das Treffen an einem markanten Punkt vereinbart. Den Weg zum Landplatz über diverse Kleinstrassen oder Feldwege zu beschreiben, führt meist nur zu längerer Suchdauer für den Verfolger. Er hat das fantastische Abenteuer als Einziger nur von unten auf der Strasse miterlebt und soll nicht noch mit unnötiger Aufregung im Landegebiet bestraft werden. Nach dem Eintreffen des Verfolgers wird der Ballon wieder in den Anhänger geladen. Je nach Uhrzeit bzw. Lust und Laune kann man sich jetzt auf den Weg heim nach Deutschland machen, gemütlich Einkehren und zusammen auf das Ereignis anstoßen, oder sich ein Hotel suchen, um erst am nächsten Tag nach Hause aufzubrechen.

Über den Dolomiten

In 3 - 4 Stunden über die Alpen - Abenteuer pur!
Eine Alpenüberquerung im Ballon, ist eines der letzten Abenteuer - und das absolute Highlight in Sachen Ballonfahren. Bei unglaublicher Fernsicht liegen den Mitfahrern Großglockner, Großvenediger und die Dolomiten zu Füßen. Im Korb ist es Windstill, während es mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h über den Alpenhauptkamm Richtung Italien geht. Oftmals ist die Lagune von Venedig schon von weitem aus der Luft zu erkennen, während der Ballon noch in Höhen zwischen 5000 m und 6000 m über Cortina d'Ampezzo oder den drei Zinnen schwebt.


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