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Katharina Paulus

Katharina Paulus - Ballonfahrerin und Fallschirmspringerin

Käthchen Paulus Katharina Paulus, besser bekannt als Käthchen Paulus, wurde am 22. Dezember 1868 in Zellhausen bei Seligenstadt geboren. Berühmt wurde sie durch ihre Ballonfahrten und Fallschirmsprünge. 1889 lernte sie den Ballonfahrer Julius Lattemann kennen. In den folgenden Jahren unterstützte sie Lattemann bei der Wartung seiner Ballone. Ihre Fähigkeiten als Schneiderin halfen ihr dabei. Ihre erste Ballonfahrt führte Katharina Paulus 1893 in Nürnberg durch.
Nachdem Lattemann mit dem Fallschirm abgesprungen war, fuhr sie den Ballon weiter und landete ihn sicher. Ebenfalls 1893 sprang sie als erste Frau mit dem Fallschirm ab - in Pumphosen gekleidet, was damals als Frau ziemlich unschicklich galt.

1894 kam ihr Geliebter Lattemann bei einer Ballonfahrt ums Leben und Katharina Paulus wollte ihre Karriere als Ballonfahrerin und Fallschirmspringerin beenden. Jede Menge Zuschriften aus allen Länder Europas änderten ihre Meinung. Sie kaufte vier neue Ballone und führte die Show fortan alleine vor. Überall wo sie auftrat wurde sie bewundert und gefeiert.
Katharina Paulus, sie trat auch unter dem Namen "Miss Polly" auf, erfand den Doppelabsprung mit dem Fallschirm. Sobald sich bei einem Absprung der erste Fallschirm geöffnet hatte, löste sie ihn vom Körper. So konnte sie nochmals frei fallen, bis sie den zweiten Schirm öffnete.

zum Vergrößern bitte klicken Ihre Shows waren sehr beliebt, sie zog damit durch ganz Europa. Einmal, bei einer Vorführung in Frankfurt, wurden mehr als 20.000 Eintrittskarten verkauft. Der Ballon, den sie häufig benutzte, war 12 m hoch und hatte 3 m Durchmesser. Hin und wieder war der Korb des Ballons durch ein anderes Gebilde ersetzt, beispielsweise durch ein Fahrrad der Adlerwerke. Neben den Eintrittsgeldern machte sie sich finanziell bereits Werbeeinnahmen zu Nutze.
Mit peinlichster Genauigkeit wartete Käthchen Paulus ihre Fluggeräte. Dieser Tatsache und auch einer gewissen Portion Glück ist es zuzuschreiben, dass sie ohne größere Unfälle blieb.

Einige Male blieb sie bei ihren Landungen in Bäumen hängen und landete auch mal im Wasser. Bei einer Vorführung in Wien wäre sie wegen des starken Windes beinahe am Stefansdom hängen geblieben, doch ihr gelang die Landung in der Kärntner Gasse.

Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges begann Katharina Paulus in Berlin mit der Fertigung von Ballonen und Fallschirmen für die Armee. In ihren Werkstätten wurden zwischen 1914 und 1918 mehr als 1.000 Ballonhüllen und 7.000 Fallschirme produziert. Sie bekam das Verdienstkreuz für Kriegshilfe als Anerkennung ihrer Arbeiten.
Die Beendigung des Krieges und das Inkrafttreten des Versailler Vertrags, beendete die Existenzgrundlage von Katharina Paulus. Ihr Vermögen verlor sie während der Inflation in den Nachkriegsjahren. Bis zu ihrem Tod am 26. Dezember 1935 lebte sie zurückgezogen und unter bescheidenen Verhältnissen in Berlin. 1971 hat der Berliner Senat ihr Grab auf dem Kirchhof der Dankesgemeinde in der Blankestraße in die Liste der Ehrengräber aufgenommen.

Die Pionierin Katharina Paulus führte zwischen 1893 und 1914 über 400 Ballonfahrten und 160 Fallschirmabsprünge durch. Die spezielle Faltung ihrer Kompaktfallschirme wurde patentiert und der "Paulushaken" ist heute noch jedem Fallschirmspringer ein Begriff.

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