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Larry Walters - der Gartenstuhl-Ballonfahrer

Larry Walters - der Gartenstuhl-Ballonfahrer
Der berühmteste aller Clusterballonfahrer ist mit Sicherheit Larry Walters (19. April 1949 - 06. Oktober 1993), Spitzname Lawnchair Larry (Gartenstuhl Larry). Ohne jegliche ballonfahrerische Erfahrung befestigte er am 02. Juli 1982 42 Wetterballone an einem Gartenstuhl und hob ab.
Sein Plan war einige Meter abzuheben, doch sein Luftfahrzeug stieg auf über 16.000 Fuß (4.870 m) auf. Von seinem Startpunkt in San Pedro in Kalifornien trieb es ihn dabei in mehrere Lufträume des Long Beach Airports. Zahlreiche Zeitungen berichteten von seiner Ballonfahrt.

Vorbereitungen und Fahrt
Walters und seine Freundin Carol Van Deusen besorgten 45 je vier Fuß große Wetterballone und einige Heliumgasflaschen in einem Spielzeuggeschäft für Luftballone. Um nicht unter Verdacht zu geraten, benutzten sie einen gefälschten Bestellschein seines Arbeitgebers, den FilmFair Studios, und behaupteten, dass die Ballone für einen TV Werbespot benötigt würden. Anschließend befestigte Walters die Ballone an seinem Gartenstuhl, füllte sie mit dem Helium, nahm einen Fallschirm und schnallte sich selbst an den Stuhl. Zu seiner Ausrüstung gehörten eine Luftdruckpistole, mit dem er die Ballone zerschießen wollte, um zu sinken, ein CB-Funkgerät, Sandwichs, Getränke und eine Kamera. Ab diesem Zeitpunkt liefen die Dinge nicht mehr so wie geplant.

Larry Walters kurz nach dem Start
Als seine Freunde das Seil durchschnitten, mit dem der Gartenstuhl am Jeep angebunden war, stieg Walters in seinem Gefährt ziemlich schnell auf eine Höhe von 16.000 Fuß (4876 Meter) - eigentlich war nur eine Höhe von einigen Hundert Fuß geplant.
Er wagte es nicht einige der Ballone zu zerschießen, um seinen Stuhl nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen und dann wirklich in Schwierigkeiten zu sein.
So trieb er also über Long Beach und kreuzte den Hauptanflugkorridor des Long Beach Airports. Flugzeuge flogen zu ihm heran und waren plötzlich über und unter ihm.

Nachdem er bereits 45 Minuten in der Luft war, kam er zu dem Schluss, dass er doch einige der Ballone zerschießen müsste. Dadurch brachte er den Ballon langsam zum sinken, bis er sich schließlich in einer Stromleitung verfing. Dadurch entstand ein Kurzschluss, der einen 20-minütigen Stromausfall in der Nachbarschaft von Long Beach verursachte,. Walters konnte unverletzt aus seinem Stuhl auf den sicheren Boden klettern.

Verhaftung und trauriger Ruf
Der Ballon bestehend aus 45 Wetterballonen und einem Gartenstuhl
Dort wurde Walteres bereits von einigen Mitgliedern des LAPD erwartet und er wurde verhaftet. Als ihn ein Reporter fragte, warum er das gemacht hat, antwortete er: "Ein Mann kann nicht einfach nur herumsitzen!" Walters wurde später von der Federal Aviation Administration wegen der Verletzung des Luftfahrtgesetzes zu einer Geldstrafe von 4.000 US Dollar verurteilt. Einer der Punkte war der "Betrieb eines zivilen Luftfahrzeuges ohne gültiges Lufttüchtigkeitszeugnis". Weiterhin warf man ihm vor ein Luftfahrzeug innerhalb einer Kontrollzone betrieben zu haben, "ohne Funkkontakt aufgenommen und mit dem Tower eingehalten zu haben". Walters erhob Einspruch und die Strafe wurde auf 1.500 US Dollar reduziert.

Walter erhielt den ersten Preis vom Bonehead Club of Dallas für sein Abenteuer. Außerdem wurde er in die Late Night Show von David Letterman eingeladen.
Walter träumte schon immer vom Fliegen, konnte aber wegen schlechter Augen nicht Pilot bei der United States Air Force werden. Im Alter von 13 Jahren hatte er zum ersten Mal die Idee mit Wetterballons abzuheben. Er hatte die Ballons an der Decke eines Navy Shops gesehen. Walters entschloss sich zu seiner Tat, als er in seinem Gartenstuhl im Hinterhof in Los Angeles saß und die Jets über sich fliegen sah.

Das Leben nach der Ballonfahrt
Den bei seiner Ballonfahrt benutzten Gartenstuhl gab Walters einem Jungen namens Jerry. Später bereute Walters dies. Das Smithsonian Institut hatte ihn gebeten, ihnen den Stuhl zu überlassen. Zwanzig Jahre später schrieb der Junge, mittlerweile erwachsen geworden, ein Email an Mark Berry. Berry, selber Pilot, hatte eine Website über Walters ins Internet gestellt. Der Stuhl, eigentlich verloren geglaubt, stand die ganze Zeit in Berry´s Garage. Am Stuhl waren immer noch einige der original Seile und Wasserbehälter befestigt, die als Ballast gedient hatten.

Walters wurde nach seiner Fahrt Motivationsredner und gab seinen Job als LKW Fahrer auf, konnte mit seinem Ruhm aber nie viel Geld verdienen. Im späteren Leben wanderte er gern in den San Gabriel Mountains und arbeitete für die Forstverwaltung. Am 06. Oktober 1993 nahm sich Walters das Leben, indem er sich ins Herz schoss.

Verbreitete Mythen
Viele übertriebene oder unkorrekte Geschichten wurden über das Internet über Walters Ballonfahrt verbreitet. Folgende Fakten sind bestätigt aus Interviews mit seinen Freunden und Familie sowie durch die Analyse des aufgenommen CB-Sprechfunkverkehrs.

  • Larry startete vom Hinterhof seiner Freundin in San Pedro in Kalifornien, er hatte die Hilfe eines weiteren Freundes Ron Richlin
  • Larry verlor seine Brille während des Starts, hatte aber eine Ersatzbrille dabei und funkte an seine Bodenmannschaft: "Ich kann perfekt sehen - keine Bange." Zu einem späteren Zeitpunkt, als seine Freunding meldete, dass sie die Brille gefunden hat, antwortete er: "Naja, das sind gute Nachrichten."
  • Larry fuhr nicht in die Nähe des Los Angeles International Airports, sondern in die Nähe des Long Beach Airports, wo Piloten der Fluglinien TWA und Delta ihn sahen und dies dem Tower meldeten.
  • Larry ging in einem Wohnviertel nordöstlich des Long Beach Airports nieder. Larry verlor seine Luftdruckpistole nicht während des Aufstiegs. Erst später während der Fahrt, nachdem er damit einige Ballone zum Platzen gebracht hatte, um wieder zu sinken, warf er sie über Bord.
  • Larry trieb über dem Hafen von Long Beach, aber nicht über offener See.
  • Larry wurde nicht von einem Hubschrauber gerettet, sondern landete freiwillig.
  • Larry´s Stuhl war ein fester Gartenstuhl, kein Klappstuhl.
  • Larry bezahlte 1.500 US Dollar Strafe, nachdem er sich mit der FAA gestritten hatte. Von 4 Bußgeldern wegen Gesetzesübertretungen wurden einige fallengelassen. Es wurde z. B. beschlossen, dass sein Gartenstuhl kein Lufttüchtigkeitszeugnis braucht. Larry bekannte sich zur Straftat, dass er keinen Funkkontakt mit dem Tower des Flughafens aufgenommen und gehalten hatte. Gem. der FAA war die Fahrt "höchst unsicher, aber Walters hatte nicht die Absicht, jemanden zu gefährden."