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George Charles Green - Berufsluftschiffer aus England

George Charles GreenDer Engländer Charles George Green wurde am 31. Januar 1785 als Sohn eines Obsthändlers in London geboren. Er war der erste, der zum Befüllen der Gasballone das fast überall erhältliche billige Kohlenwasserstoffgas bzw. Leuchtgas aus dem nächstgelegenen Gaswerk benutzte. Bis dahin wurden die Ballone mit reinem Wasserstoff gefüllt, dessen Herstellung zur damaligen Zeit teuer, aufwendig und gefährlich war. Leuchtgas hingegen war in jeder größeren Stadt erhältlich. Am 19. Juli 1821 stieg der 36-jährige Green bei seiner ersten Ballonfahrt vom St. James Park in London als erster Mensch in einem Gasballon, gefüllt mit Leuchtgas, auf.

Dieser Erfolg bedeutete auch einen allgemeinen Aufschwung der Ballonfahrt, die wegen oben genannter Probleme mit dem Wasserstoffgas eher im absteigen begriffen war. Diese Neuerung schuf in der Zukunft die Grundlage einer halbwegs auskömmlichen Existenz für viele Luftschiffer. Schauveranstaltungen wurden in England ebenso wie in den Städten des Kontinents gegen Mitte des 19. Jahrhunderts zur obligatorischen Jahrmarktsensation, vorausgesetzt es gab ein Gaswerk in der Nähe, das das benötigte Kokereigas liefern konnte.

zum Vergrößern bitte klickenBis zum Jahre 1835 hatte der 50-jährige Green bei seinen 200 Ballonfahrten mehr als 10.000 km zurückgelegt und war ca. 240 Stunden in der Luft gewesen. Nach seinen Plänen und mit finanzieller Unterstützung der Londoner Vauxhall Gardens wurde 1836 ein rot-weiß-gestreifter Ballon aus italienischer Seide gefertigt. Der Ballon war 24 m hoch und hatte ein Volumen von 2500 m³. Bei seiner Tauffahrt am 9. September 1836 hob der Ballon "Royal Vauxhall" neun Passagiere in nur fünf Minuten auf eine Höhe von 4000 m.

Bekannt wurde Charles Green vor allem durch eine spektakuläre Ballonfahrt mit dem "Royal Vauxhall" im Jahre 1836. Am 07. November stieg er in Begleitung des Abgeordneten Dr. Robert Hollond und dem irischen Theaterproduzenten Thomas Monk-Mason gegen 13.30 Uhr in London auf. Geplant war so lange wie möglich in der Luft zu bleiben und den Kontinent zu erreichen. Für diese lange Fahrt stattete Green den Ballon mit einem gigantischem Schlepptau mit einer Länge von eintausend Fuß aus. Ein Schlepptau war bisher nie praktisch erprobt worden und Green war der Überzeugung, ein Schlepptau könne Ballast sparen und bei Nachtfahrten die Gefahr eines Aufpralls auf Bodenerhebungen verringern. Mit Wind aus nordwestlichen Richtungen fuhren sie über Kent, passierten Rochester und Canterbury. Gegen 16.45 überquerten sie die Küstenlinie und fuhren hinaus auf das Meer. Die gesamte Fahrt über den Kanal legten die Drei im Nebel zurück, erst Stunden später konnten sie die Lichter von Calais in der Dunkelheit erkennen und der Nebel lichtete sich. Die Landung erfolgte in den Morgenstunden nach einer Fahrtdauer von 18 Stunden in Weilburg am Taunusgebirge in Deutschland. Die drei mutigen Ballonfahrer hatten bei ihrer Ballonfahrt eine Strecke von 722 km zurückgelegt.
Es war die weiteste Luftreise die bis zu diesem Zeitpunkt mit einem Ballon unternommen worden war.

Beflügelt von diesem Erfolg, zog Green eine mögliche Atlantiküberquerung in Betracht, konnte aber keine finazielle Unterstützung finden.
1839 stieg er zusammen mit dem Astronom Spencer Rush auf eine Höhe von 7900 m auf.
Am 24. August 1851 startete der englische Luftfahrer vom Übungsplatz der Feuerwehr in Karlsruhe zu einer Ballonfahrt, er hatte damals bereits zahlende Gäste, die beiden Oberstleutnante a. D. Karl von Mentzingen und Gramm, an Bord. Am 07. September erfolgte erneut ein Ballonstart in Karlsruhe und am 19. Oktober ein Ballonstart in Stuttgart. 1852 startete Green zu letzten Ballonfahrten in Frankfurt a. M. und zweimal in Mannheim, immer mit zahlenden Gästen an Bord.

Als sich Charles George Green dann Ende 1852 als 67-jähriger in den Ruhestand zurückzog, hatte er an über 500 Ballonfahrten unternommen. Er starb am 26. März 1870 an einem Herzanfall.
Charles Green wird die Erfindung des Schlepptaus zugeschrieben. Das Schlepptau, es stabilisiert die Bewegung des Gasballons horizontal und vertikal vor der Landung, wird auch heute noch im Gasballon benutzt.