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James Glaisher - englischer Meteorologe und Luftfahrer James Glaisher, wurde am 7. April 1809 in London geboren. Nachdem er einige Jahre bei der amtliche Landesvermessung in Irland beschäftigt war, arbeitete er als Assistent bei den Observatorien in Cambridge und Greenwich. Nach der Gründung des Instituts für Meteorologie und Magnetismus, wurde er mit dessen Leitung betraut, die er 34 Jahre lang, bis zu seinem Rückzug aus dem öffentlichen Dienst, ausübte. 1845 veröffentlichte er seine bekannten Taupunkttabellen, die in vielen Auflagen erschienen sind. 1850 gründete er die Meteorologische Gesellschaft, von der er für viele Jahre der Schriftführer war. 1866 war er bei der Gründung der Aeronautischen Gesellschaft von Großbritannien behilflich. Er beteiligte sich als Mitglied bei der königlichen Kommission für die Heizung und Belüftung von Behausungen (1875) und ab 1880 war er für 12 Jahre Vorsitzender des ausführenden Komitees des Palestine Exploration Fund. Der Name Glaisher wird allerdings am häufigsten mit einer Serie von Ballonaufstiegen in Verbindung gebracht, die er zwischen 1862 und 1866, meist zusammen mit Henry Tracey Coxwell, durchführte. Viele dieser Aufstiege wurden von einem Komitee der British Association arrangiert, bei der Glaisher ebenfalls Mitglied war. Die Aufstiege hatten streng wissenschaftlichen Charakter, mit dem Ziel, Beobachtungen bzgl. Temperatur, Luftfeuchte usw. in der Atmosphäre in großen Höhen zu machen. Bei einem dieser Aufstiege, am 5. September 1862 in Wolverhampton, erreichten Glaisher und Coxwell die größte Höhe, die bis dato in einem bemannten Ballon erreicht wurde. Da es keine automatische Aufzeichnung der Instrumente gab und Glaisher wegen Bewusstlosigkeit nicht in der Lage war, das Barometer am höchsten Punkt der Ballonfahrt abzulesen, lässt sich die erreichte Höhe nicht genau nachvollziehen. Sie wird aber mit 7 Meilen über der Erde angenommen. James Glaisher starb am 7. Februar 1903 bei Croydon. 1862 beschloss die Vereinigung für Fortschritt der Wissenschaft eine Serie von Ballonaufstiegen zu finanzieren, um die höhere Atmosphäre zu untersuchen. Die Ballone sollten so hoch wie möglich steigen. James Glaisher meldete sich freiwillig, diese nicht ungefährlichen Ballonfahrten durchzuführen. Insgesamt machte er zwischen 1862 und 1866 28 Ballonfahrten, 13 davon wurden von der Association finanziert. Sein Pilot war der erfahrene Ballonfahrer Henry Coxwell (1819-1900). Bei ihrem ersten Aufstieg am 17. Juli 1862 erreichten sie ohne Sauerstoffgerät eine Höhe von 26.177 ft. Am 5. September schafften sie es mit dem Ballon "Mars" in den Bereich über 30.000 ft - dies hätte sie beinahe das Leben gekostet. Glaisher wurde ohnmächtig und Coxwell musste in das Netz klettern, um die verwickelte Ventilleine zu befreien. Seine Hände waren durch die Kälte so gelähmt, dass er die Leine mit seinen Zähnen betätigte, um den Abstieg einzuleiten. Hätte er dies nicht geschafft, wären beide sicherlich an Unterkühlung oder Sauerstoffmangel gestorben. Hier ist Glaishers Bericht: Unser Aufstieg wurde verschoben, Schuld daran waren die ungünstigen Wetterbedingungen. Es begann um 3 Minuten nach eins am Nachmittag, die Temperatur der Luft betrug 59 Grad Fahrenheit (15 °C) und der Taupunkt lag bei 48 Grad Fahrenheit (9 °C). Auf einer Höhe von einer Meile betrug die Temperatur 41 Grad Fahrenheit und der Taupunkt lag bei 38 Grad Fahrenheit. Kurz danach tauchten wir in eine Wolkenschicht mit einer Dicke von 1.100 ft ein. Nachdem wir um 17 Minuten nach eins aus den Wolken auftauchten, versuchte ich mit der Kamera ein Bild ihrer Oberfläche zu machen, aber der Ballon stieg so rasch und drehte sich zu schnell. Die Höhe von 2 Meilen wurde um 21 Minuten nach eins durchstiegen. Die Luft war auf 32 Grad Fahrenheit gefallen und der Taupunkt auf 26 Grad Fahrenheit. Die dritte Meile wurde um 28 Minuten nach eins durchquert, bei einer Lufttemperatur von 18 Grad Fahrenheit und einem Taupunkt von 13 Grad Fahrenheit. Die vierte Meile wurde um 39 Minuten nach eins durchquert, bei einer Lufttemperatur von 8 Grad Fahrenheit und einem Taupunkt von -6 Grad Fahrenheit; und die fünfte Meile ungefähr 10 Minuten später, bei einer Lufttemperatur von -5 Grad Fahrenheit (-20,6 °C) und einem Taupunkt von -36 Grad Fahrenheit (-37,8 °C). Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine besondere Unannehmlichkeit verspürt. Auf einer Höhe von 26.000 ft konnte ich die dünne Quecksilbersäule in der Röhre nicht mehr erkennen; dann wurde die feine Unterteilung der Skala des Instrumentes für mich unsichtbar. Ich bat Mr. Coxwell mir zu helfen die Instrumente abzulesen, da ich Schwierigkeiten hatte, diese zu sehen. Als Konsequenz der rotierenden Bewegung des Ballons, die seit dem Verlassen der Erde ohne Unterbrechung anhielt, hatte sich die Ventilleine verdreht und Mr. Coxwell musste den Korb verlassen und in den oberen Ring aufsteigen, um sie zu ordnen.Zu diesem Zeitpunkt dachte ich an nichts schlimmeres, als an eine zeitliche Sehstörung. Kurz danach legte ich meinen Arm auf den Tisch, im Besitz ihrer vollen Kraft; aber kurz darauf, als ich sie benutzen wollte, war sie kraftlos. Ich muss Ihre Kraft ziemlich plötzlich verloren haben. Ich versuchte dann den anderen Arm zu bewegen, aber dieser war ebenfalls kraftlos. Als nächstes versuchte ich mich zu schütteln und hatte Erfolg, meinen Körper zu bewegen. Ich schien keine Beine mehr zu haben. Ich konnte nur meinen Körper schütteln. Danach schaute ich auf das Barometer und während ich dies tat, fiel mein Kopf auf meine rechte Schulter. Ich bemühte mich und schüttelte erneut meinen Körper, konnte aber meine Arme nicht bewegen. Ich richtete meinen Kopf auf, aber nur für einen Augenblick, dann fiel er auf meine rechte Schulter; und dann fiel ich rückwärts, mit meinem Rücken an die Seite des Korbes, mein Kopf auf seiner Kante. In dieser Lage waren meine Augen direkt auf Mr. Coxwell im Ring gerichtet. Als ich meinen Körper schüttelte hatte es den Anschein, dass ich volle Kontrolle über die Muskeln meines Rückens und des Nackens hatte, aber nicht über die meiner Gliedmaßen. Ähnlich wie bei meinen Armen, verlor ich von einem Augenblick zum anderen die Muskelkraft meines Rückens und Nackens. Ich sah Mr. Coxwell trübe im Ring und bemühte mich zu sprechen, schaffte es aber nicht; auf einmal wurde es schwarz und der Sehnerv verlor seine Kraft. Ich war immer noch im Besitz meiner geistigen Kräfte, gleich dem Zeitpunkt wo ich dieses Schreibe. Ich glaubte mich dem Erstickungstod nahe und wusste, dass der Tod unweigerlich eintreten würde, wenn wir nicht schnell absteigen würden. Andere Gedanken drängten sich meinem Geist auf, als ich plötzlich das Bewusstein verlor, so wie wenn man einschlafen würde. Ich kann nichts über den Gehörsinn erzählen: es herrscht perfekte Ruhe in der Region sechs Meilen über der Erde. Zu diesem Zeitpunkt waren wir zwischen sechs und sieben Meilen hoch. Kein Ton erreicht das Ohr. Meine letzte Beobachtung wurde in einer Höhe von 29.000 ft gemacht, ungefähr um 54 Minuten nach eins. Ich schätze, dass zwei oder drei Minuten zwischen der Unfähigkeit meiner Augen die feine Aufteilung zu sehen und meiner Ohnmacht verstrichen; deshalb glaube ich, dass es ungefähr zwischen 56 und 57 Minuten nach eins geschah. In meiner Kraftlosigkeit hörte ich die Wörter "Temperatur" und "Beobachtung" und ich wusste, dass Mr. Coxwell im Korb war, der mit mir sprach und sich bemühte, mich zu wecken; das Bewusstsein und das Gehör waren zurückgekehrt. Dann hörte ich ihn nachdrücklicher sprechen, konnte aber selbst nicht sprechen oder mich bewegen. Anschließend hörte ich ihn sagen: "Versuchen Sie es; nun machen Sie schon!" Ich erkannte trübe die Instrumente, danach Mr. Coxwell und kurz darauf konnte ich wieder klar sehen. Ich richtete mich in meinem Sitz auf und schaute mich um, wie wenn man gerade vom Schlafen aufwacht und sagte zu Mr. Coxwell: "Ich war ohnmächtig." Er sagte, "Ja; und ich auch, beinahe." Ich zog meine Beine an, die vor mir ausgestreckt lagen und nahm einen Stift in meine Hände um meine Beobachtungen aufzuschreiben. Mr. Coxwell informierte mich, dass er seine Hände nicht benutzen konnte, sie waren schwarz geworden. Ich schüttete Brandy darüber. Ich nahm meine Beobachtungen um 7 Minuten nach zwei wieder auf. Ich vermute drei oder vier Minuten waren vergangen zwischen dem Zeitpunkt als ich "Temperatur" und "Beobachtung" hörte, bis ich wieder zu beobachten begann. Wenn das stimmt, kam das Bewusstsein um vier Minuten nach zwei zurück und das macht zusammen sieben Minuten totaler Ohnmacht. Mr. Coxwell erzählte mir, dass er, als er aus dem Ring herabstieg, für einen Moment dachte, dass ich mich hingelegt hatte um auszuruhen; dann sprach er mich an, ohne mir eine Antwort entlocken zu können; er bemerkte die Lage meiner Beine und dass meine Arme an meiner Seite herunterhingen. Dass mein Antlitz zufrieden und gelassen wirkte, ohne Ernst oder Aufregung, hatte er schon registriert, als er in den Ring stieg. Dann überkam es ihn, dass ich ohnmächtig geworden war. Er wollte mich aufwecken, schaffte es aber nicht, und er spürte, wie die Ohnmacht über ihn selber kam. Ihm wurde bange und er wollte das Ventil öffnen, aber, da er seine Hände nicht benutzen konnte, schaffte er es nicht; und schließlich tat er es, indem er das Seil mit seinen Zähnen erfasste und den Kopf zwei oder dreimal runter bewegte. Unsere Ohnmacht hatte keine Nachwirkungen. Als wir niedergingen geschah es in einem Landstrich, der keine Art von Besiedlung enthielt (bei Brown Clee Hill, Shroshire), so dass wir zwischen 7 und 8 Meilen zu Fuß gehen mussten. Zu dem Zeitpunkt, als wir unsere Beobachtungen einstellten, hatten wir eine Steigrate von 1000 ft pro Minute (5 m/s), nachdem wir die Beobachtungen wiederaufnahmen sanken wir mit 2000 ft pro Minute (10 m/s). Diese beiden Werte müssen in Relation mit der Zeit, die dazwischen vergangen ist, verbunden werden; und dies ist unterhalb eines Punkts von 36.000 ft bis 37.000 ft Höhe nur kaum möglich. Außerdem zeigte ein sehr genaues Minimumthermometer minus 12 Grad Fahrenheit (-24,4 °C) an, dies würde auf eine Höhe von mehr als 36.000 ft hinweisen. Es gibt keinen Zweifel, dass der Ballon die enorme Höhe von sieben Meilen erreichte - die größte die jemals erreicht wurde. (Glaisher´s Versuch die Maximalhöhe des Ballons zu berechnen muss sicherlich mangelhaft sein. Beide Männer wären innerhalb von Sekunden in einer Höhe von 36.000 ft tot. Ihre letzte bekannte Höhe von 29.000 ft war aber immer noch Weltrekord.) Bei diesem Aufstieg wurden sechs Tauben mitgenommen. Eine wurde in einer Höhe von drei Meilen hinausgeworfen, Sie entfaltete ihre Flügel und fiel wie ein Stück Papier. Eine zweite bei vier Meilen und sie flog voll Elan. Eine dritte zwischen vier und fünf Meilen, diese fiel runter. Eine vierte wurde beim Abstieg in einer Höhe von vier Meilen hinausgeworfen und diese landete auf dem Top des Ballons. Zwei wurden mit zurück auf den Boden genommen. Eine war tot und die andere war krank, erholte sich aber, so dass sie innerhalb einer Viertelstunde wegfliegen konnte. Bei nachfolgenden Ballonfahrten gelangte Glaisher routiniert auf Höhen über 23.000 ft, um seine Beobachtungen bzgl. der Abnahme des Druckes mit der Höhe, Temperaturinversionen in der Atmosphäre bei Nacht, Windströme in unterschiedlichen Höhen und der chemischen Zusammensetzung der höheren Luftschichten zu machen. Glaisher und Coxwell halten noch immer einige englische Höhenrekorde. | ||||||||||||||
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