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Das Gordon Bennett Rennen für Ballone ist die prestigeträchtigste Ballonveranstaltung in der Luftfahrt und eine enorme Herausforderung für die Piloten und ihr Ballonmaterial. Das Ziel dieser Ballonwettfahrt ist einfach: wer kommt am weitesten, gemessen aus vom Startfeld.Dieser internationale Ballonwettbewerb wurde 1906 vom Abenteurer und Zeitungsmagnat James Gordon Bennett ins Leben gerufen. Damals starteten 16 Ballone aus den Tuillerien in Paris in Frankreich. Über 200.000 Zuschauer verfolgten den Start. Das Ballonrennen wird bis heute ausgetragen, unterbrochen nur durch Kriege und schlechtes Wetter. Es findet einmal jährlich statt. Die Startreihenfolge wird über eine Auslosung festgelegt. Die berühmtesten Gewinner 1985-1993 Josef Starkbaum, Österreich: 7-facher Gewinner 1920-1937 Ernest Demuyter, Belgien: 6-facher Gewinner
1997-2003 Vincent and Jean-François Leÿs, Frankreich: 4-fache Gewinner1995-2000 Wilhelm Eimers, Deutschland: 3-facher Gewinner Eine der Regeln besagt, dass der Gewinner die Trophy für das folgende Jahr behalten darf, bevor er sie dem nächsten Gewinner überreicht. Das Land, das die Trophy an drei folgenden Jahren gewinnt, darf diese behalten. Bis 2007 wurde das Rennen immer im Land des Vorjahressiegers ausgetragen. Am 16. September 2007 musste das 51. Gordon-Bennett-Rennen von Brüssel in Belgien aus trotz fertig aufgerüsteter Ballone und guter Wettervedingungen abgesagt werden, da die zuständigen Fluglotsen keine Starterlaubnis für die Ballone erteilten. Daraufhin beschloss die Fédération Aéronautique Internationale (FAI) ein neues Verfahren. Zukünftig können sich für die Austragung des Rennens die Nationen bewerben. Die FAI Ballooning Commission (CIA) entscheidet jedes Jahr, wo das Rennen des nächsten Jahres stattfinden soll. Priorität soll dem Land des Gewinners des vorhergehenden Jahres gegeben werden. Somit bleiben für jedes Rennen zwei Jahre Zeit zum planen. Der Initiator des Ballonrennens - James Gordon Bennett Jr. James Gordon Bennett Jr. wurde am 10. Mai 1841 in New York geboren. Er war der Herausgeber des "New York Herald", einer Zeitung, die von seinem Vater, James Gordon Bennett Sr. Gegründet worden war.
Bennett wurde hauptsächlich in Frankreich ausgebildet. 1866 übergab ihm sein Vater die Führung der Zeitung. Bennett machte die Zeitung weltberühmt, als er 1869 die Expedition von Henry Morton Stanley finanzierte, um David Livingstone in Afrika zu finden. Im Gegenzug bekam der Herald die Exclusivrechte an der Geschichte.Wie viele seiner Klasse, gehörte auch Bennett der "High Society" an: Yachten, opulente private Züge und verschwenderische Villen. Er war der jüngste Kommodore des New Yorker Yachtclubs. Während des Bürgerkrieges diente er in der Navy und 1866 gewann er das erste transatlantische Bootrennen. Jedoch brachte er die Gesellschaft häufig mit seinem extravaganten und manchmal auch sprunghaften Verhalten gegen sich auf. 1877 verließ er New York nach einem Zwischenfall, der seine Verlobung mit der Prominenten Caroline May beendete: er kam spät und noch dazu betrunken zu einer Party in die Villa der Familie May und urinierte vor allen Anwesenden in den Kamin. Nachdem er sich in Paris niedergelassen hatte, gründete er den "International Herald Tribune". Er unterstützte George W. DeLong´s Reise an den Nordpol über die Bering Strasse. Während dieser vom Pech verfolgten Expedition verhungerten DeLong und 19 Mitglieder der Crew. Die Auflage der Zeitung erhöhte sich jedoch trotz dieser Tragödie. Gordon Bennett war der Mitbegründer der "Commercial Cable Company", ein Unternehmen um das Monopol des transatlantischen Kabels von Jay Gould zu brechen. Als Bennett spatter in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, organisierte er das erste amerikanische Poloturnier. 1876 half er bei der Gründung des Westchester Polo Clubs, dem ersten Poloclubs in Amerika. Er führte den Gordon Bennett Cup im internationalen Segeln und den Gordon Bennett Cup für Autorennen ein. 1906 finanzierte er den Coupe Aéronautique Gordon Bennett, das bekannte Ballonrennen, das bis zum heutigen Tag stattfindet. Bennett sponserte außerdem eine Trophäe für Flugzeugrennen. Erst mit 73 Jahren heiratete er die Baroness de Reuter, die Tochter von Paul Reuter, dem Gründer der Reuters Nachrichten Agentur. James Gordon Bennett starb am 14 Mai 1918 in Beaulieu-sur-Mer in Frankreich. Begraben ist er am Cimetière de Passy. Das nahegelegne Stade de Roland Garros, in dem die French Open ausgetragen werden, liegt in der Avenue Gordon Bennett. Nach seinem Tod wurde der Herald mit seinem härtesten Rivalen, der New York Tribune fusioniert. Geschichten von den Gordon Bennett Ballonrennen Das erste Gordon Bennett Ballonrennen Der Start zum ersten Gordon Bennett Rennen fand am 30. September um 4.00 Uhr nachmittags in den Tuillerien in Paris, Frankreich, statt. Am Start waren 16 Ballone aus 7 Nationen. Im Abstand von 5 Minuten erhoben sich die Ballone vor über 200.000 begeisterten Zuschauern. Der Wind kam aus südost und trieb die Ballone Richtung Ärmelkanal. Somit waren die Piloten gezwungen sich zu entscheiden, ob sie den Sprung über das Wasser wagen wollten in der Hoffnung, England zu erreichen. 7 Piloten entschieden sich dafür und landeten sicher auf der Insel. Sieger des ersten Gordon Bennett Rennens wurden die Amerikaner Leutnant Frank P. Lahm mit seinem Co-Pilot Major Hersey im Ballon UNITED STATES, einem Kohlegasballon mit einem Volumen von 2080 cbm. Sie landeten nach einer Fahrzeit von 22 Stunden und 15 Minuten in Fyling-Dales in Nordengland, direkt an der Nordseeküste. Vor dieser Siegesfahrt nach England hatte Lahm erst 14 Ballonfahrten unternommen. Schon damals trug sich eine Begebenheit zu, die jeder Ballonfahrer heutzutage ebenfalls kennt: ein sehr verärgerter englischer Landwirt schickte ein Telegramm an die FAI und beschwerte sich darüber, dass ein hinterher geschliffenes Schlepptau, seine Wiese beschädigt hatte. Am ersten Gordon Bennett Rennen nach auch zum ersten und einzigsten Mal ein Luftschiff teil, was gem. den Regeln damals nicht verboten war. Gesteuert wurde es vom Brasilianer Santos Dumont. Dieser exzentrische und elegante Pionier der Luftfahrt hatte in den Jahren zuvor 14 Luftfahrzeuge entwickelt, die meisten davon waren Ein-Mann-Luftschiffe. Beim Ballonrennen steuerte er sein Luftschiff DEUX AMERIQUES, das mit einem 6 PS-Motor ausgestattet war. Die Fahrt endete sehr schmerzhaft für ihn. Nach einer zurückgelegten Strecke von 134 km verfing sich seine Jacke im Propeller und er verletzte sich an der Hand. Er landete in Evreaux und der Ballon entkam in die Nacht, als er in der Dunkelheit nach einem Doktor suchte. Die Verletzungen von Santos Dumont waren aber nicht so schlimm, schon 1,5 Monate später, am 12. November schaffte er in Brasilien einige kurze Flüge mit einem selbstentwickelten Doppeldecker. ![]() Die kürzeste Fahrtdauer zum Sieg Beim 6. Gordon Bennett Rennen 1911 reichten den beiden Gewinnern Hans Gericke und Duncker aus Deutschland eine Fahrzeit von 12:28 Stunden um das Rennen zu gewinnen. Der Start fand am 08. Oktober 1911 um 5:00 nachmittags in Kansas-City in den USA statt. Nur sechs Ballone nahmen an dem Rennen teil: drei amerikanische Teams, zwei deutsche Teams und ein französisches Team. Nach einem Start in einen klaren Himmel ging die Fahrt Richtung Norden. In der Nacht zogen plötzlich Nebelbänke und Wolken auf und heftiger Regen setzte ein. Gericke berichtet von einem Geräusch ähnlich einer Salve aus einem Maschinengewehr, als die Tropfen mit aller Kraft auf die Ballonhülle eintrommelten. Die beiden Ballonfahrer versuchten über die Wolken zu steigen, auch auf die Gefahr hin die Orientierung zu verlieren und in die kanadische Wildnis getrieben zu werden. Nachdem der gesamte Ballast bis auf die Landereserve über Bord geworfen worden war und der Ballon immer noch im Regen fuhr, begannen die Beiden die vorhandenen Lebensmittel rauszuwerfen. Aber auch das brachte nicht, der Ballon wurde vom starken Regen wieder nach unten gedrückt. Total durchnässt setzten sie die Fahrt fort und wärmten sich von Zeit zu Zeit mit einem Schluck aus einer Flasche Cognac auf. Die Luft war inzwischen extrem abgekühlt und der eisige Regen durchsetzt mit Schnee. Mit Anbruch des Tages beschlossen die Luftfahrer zu landen. Sie hatten nach einer 10-stündugen Fahrt in Wolken und Nebel die Orientierung vollständig verloren. Durch das Ziehen der Ventilleine brachten Sie den Ballon unter die Wolken und mussten aber entdecken, dass, soweit das Auge reichte, nur Wald zu sehen war. Der kräftige Bodenwind zerrte den Ballon durch die Äste der Bäume. Nachdem der Ballon ca. 1 Stunde von Baum zu Baum gezogen wurde, hörten die Ballonfahrer plötzlich Stimmen. Durch Zuruf fanden sie heraus, dass sie nicht wie vermutet in Kanada, sondern in Wisconsin gelandet waren. Der Ballon wurde entleert und mit Hilfe der Farmer und vieler Helfer innerhalb von 2 Tagen geborgen. Dazu mussten über 30 Bäume gefällt werden. Diese Fahrt hatte Gericke und Duncker den Sieg mit einer zurückgelegten Sistanz von 758 km gebracht. ![]() Die kürzeste Fahrtstrecke zum Sieg 1986 reichten Josef Starkbaum und Gerd Scholz aus Österreich eine Fahrtstrecke von 272,43 km, um den Sieg zu erringen. Der Start dieses 30. Gordon Bennett Rennens fand am 18. Oktober abends in Salzburg in Österreich statt, nachdem das Team Starkbaum/Scholz bereits das Rennen im Vorjahr in der Schweiz gewonnen hatten. Die Tschechoslowakei, Jugoslawien und Ungarn erlaubten den Ballons die Einreise nicht. Bei den vorherrschenden Winden aus südöstlichen bis südwestlichen Richtungen waren die Strecken, die zurückgelegt werden konnten, sehr gering im Vergleich mit anderen Gordon Bennett Fahrten. Somit hatte das Rennen eher den Charakter eines Maximum Distances in einem festgelegten Wertungsgebiet. Starkbaum und Scholz gelang es bis in die Nähe von Mistelbach nordöstlich von Wien zu fahren, bevor die Staatsgrenze sie zur Landung zwang. Alle anderen Teilnehmer mussten sich mit kürzeren Fahrtstrecken an der Grenze zur Tschechoslowakei geschlagen geben. Die längste Fahrtdauer zum Sieg Wilhelm Eimers und Bernd Landsmann blieben beim 39. Gordon Bennett Rennen für 92 Stunden und 11 Minuten in der Luft. Der Start erfolgte am 09. September 1995 in Will in der Schweiz. Sie legten dabei eine Strecke von 1628,1 km zurück und landeten mit dem Ballon D-OCOL "Columbus II" in Ludzasrai in Lettland. Überschattet wurde das Rennen vom Abschuss des Ballons D-CARIBBEAN mit den Piloten Alan Fraenckel und John Stuart-Davis durch einen weißrussischen Militärhubschrauber in der nähe von Bereza. Die längste Fahrtstrecke zum Sieg Die bisher weiteste Fahrtstrecke, legten die beiden Belgier Bob Berben und Benoît Siméons beim 49. Gordon Bennett Rennen mit einem Bradley Gasballon 'N6326T' zurück. Das Rennen startete am 04. Oktober 2005 in Albuquerque in New Mexico. Bei der Fahrt, die 64 Stunden 59 Minuten dauerte, legten sie eine Strecke von 3400,39 km zurück und landeten in Squatec, Quebec in Kanada.
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