Notfallausrüstung

Meist handelt es sich bei den Rozieren, mit denen Rekorde gebrochen werden sollen, um Prototypen. Von diesen werden sofort Höchstleistungen erwartet (z. B. Erdumrundung und Fahrt in großer Höhe), ohne die Möglichkeit von vorherigen Testfahrten. Da trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer etwas unvorhergesehenes passieren kann, sind die Ballone und Mannschaften mit einer Notausrüstung ausgestattet.
Da die Fahrten in großen Höhen stattfinden, ist jedes Crewmitglied mit Atemgeräten ausgestattet, falls es zu einem plötzlichen Druckverlust in der Kabine kommt. Sollte ein großes technisches Problem mit dem Ballon auftreten, ist für jedes Crewmitglied ein Fallschirm an Bord. Kevin Uliassi musste z. B. bei seinem Versuch der Weltumrundung schon wenige Stunden nach dem Start mit dem Fallschirm abspringen, als die Heliumzelle aufgrund der starken Ausdehnung des Füllgases und zu kleiner Appendixöffnungen platzte.
Sollte die Crew gezwungen sein, über einer Wasserfläche abzuspringen, ist sie mit Schwimmwesten, Überlebensausrüstungen und kleinen Einpersonen-Schlauchbooten ausgerüstet.
Die Kapsel selber ist wasserdicht und mit aufblasbaren Schwimmkörpern ausgestattet, die sie stabil aufrecht im Wasser halten. An Bord befinden sich Funkgeräte, die auf den Frequenzen der Marine arbeiten, um mit Rettungsmannschaften kommunizieren zu können.
Stromversorgung
Für die Versorgung der Instrumente und der Einrichtungen der Kapseln, muss diese mit Strom versorgt werden. Es gibt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, Strom während der oft mehrtägigen Fahrt zu erzeugen.
Generator

Die Roziere von Richard Branson (Virgin Global Challenger) war mit zwei Motoren ausgestattet. Diese waren modifizierte Zwei-Zylinder Industriebenzinmotoren, die auf den Betrieb mit Propangas umgebaut waren. Die Motoren wurden in einer speziellen Klimakammer getestet, in der die Umgebungsbedingungen für einen Betrieb in großer Höhe getestet wurden.
Der Virgin Global Challenger war ausgelegt für einen Aufstieg bis 40.000 ft. In dieser Höhe ist die Luft für den Menschen zu dünn zum atmen bzw. für die Motoren. Mit den Motoren wurde ein Kompressor angetrieben, um den nötigen Kabinendruck bzw. -dichte zu erzeugen. Ein Nebeneffekt der Kompression der Luft war, dass diese erwärmt wurde. Die -50°C kalte Luft, die in den Kompressor eintrat, wurde auf 120°C erwärmt. Diese Luft wurde durch Kühler geleitet und dann mit dem normalen Luftstrom vermischt, um in der Kabine angenehme 18°C zu erzeugen. Die Luft für den Betrieb der Motoren wurde aus der Kabinenluft entnommen.
Jeder Motor trieb zwei unabhängige Generatoren an. Einer davon erzeugte eine Spannung von 24 Volt, der andere eine Spannung von 12 Volt. Mit den Generatoren wurden auch die sich an Bord befindlichen Batterien aufgeladen. Mit diesen Batterien konnte die Stromversorgung für 12 Stunden aufrecht erhalten werden, für den Fall, dass beide Motoren ausfallen sollten.
Jeder Motor mit nachgeschaltetem Generator war in der Lage, genug Strom für den Betrieb des Ballons zu erzeugen, falls der andere ausfallen sollte.
Das größte Problem, dass auf die Piloten während der Fahrt zukommen hätte können, wäre ein Wiederstart der Maschinen während der
Fahrt gewesen. Hätte der Motor genug Zeit zum Abkühlen gehabt, wäre es sehr schwer gewesen, diesen wieder zu starten. Deshalb waren beide Motoren mit
einer elektrisch betriebenen Heizung ausgestattet, um die Motoren für diesen Fall auf Temperatur zu halten.
Solaranlage
Eine weitere Möglichkeit Strom an Bord des Ballons zu erzeugen, ist eine Solaranlage.
Bertrand Piccard und Brian Jones verliessen sich mit ihrem Breitling Orbiter auf diese Methode. Sie hatten Nickel-Wasserstoff-Batterien an Bord, welche eigentlich für die Raumfahrt entwickelt wurden. Diese wurden tagsüber über Solarkollektoren aufgeladen, die sich automatisch nach der Sonne ausrichteten. Die Luftversorgung, Beleuchtung und Ausrüstung der Kapsel, wurde in der Nacht über die Batterien aufrecht erhalten. Ein Generator und Ersatzbatterien waren an Bord, falls die Solaranlage ausfallen sollte.