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Schnellentleerungssysteme

Bei größeren Heissluftballonen (ab ca. 4.000 m3) empfiehlt sich der Einbau eines Schnellentleerungssystems, um die größeren Luftmassen möglichst schnell aus der Ballonhülle zu bekommen bzw. die Tragkraft möglichst schnell zu verringern.

Reissbahn

Reissbahnen findet man heute noch in sehr großen bzw. alten Ballonen. Für die gängigen Standardgrößen verwendet man das Reissbahnsystem nicht mehr. Bei der Reissbahn wird ein kreisförmiger Ausschnitt im oberen Teil der Ballonhülle zu gut zwei Drittel mittels Klettverschluss eingebaut. Dieser Ausschnitt ist im Durchmesser größer als der Durchmesser des Parachutes. Muß der Ballon beispielsweise bei einer flotten Landung schnell entleert werden, kann der Freiballonführer mittels der Reissleine (rot) den oberen Teil der Ballonhülle am Klettverschluss heraustrennen und es entsteht eine sehr große Öffnung. Durch diese kann die Luft sehr schnell entweichen. Nachteile der Reissbahn sind unter anderem, dass der Freiballonführer sehr oft an der Leine nachgreifen muss, bis die Reissbahn vollständig geöffnet ist. Ist diese einmal geöffnet, kann ist die Entscheidung nicht rückgängig zu machen. Die Reissbahn ist nach jedem Öffnen erst wieder zu schliessen und gegen ungewolltes Öffnen zu sichern. Bei Nässe oder nach einem gewissen Alter lässt die Haftung des Klettverschlusses nach.

Para-Quick bzw. Smart-Vent

Ein System wie Para-Quick oder Smart-Vent bietet mittlerweile jeder Ballonhersteller an, nur die Namen variieren. Die Funktion ist bei allen jedoch ähnlich. Der Parachute funktioniert in diesem System wie ein normaler Parachute. Über eine Leine (weiss, oder rot-weiss) zieht man diesen wie einen Fallschirm ins Balloninnere, über die obere Hüllenöffnung kann Luft ausströmen. Lässt man die Leine wieder los wird der Parachute durch den Innendruck wieder auf die Öffnung gedrückt. Über eine zweite Leine (rot), die mittig am Parachute endet, kann dieser ins Hülleninnere gezogen werden, er fällt regelrecht in sich zusammen. Damit ist die obere Hüllenöffnung viel weiter offen, als bei einem Zug an der Parachuteleine, d. h. die Luft kann fast ungehindert ausströmen. Über einen Zug an der normalen Parachuteleine kann der Parachute wieder in seine normale Ausgangslage zurück gezogen werden. Auch bei etwas höheren Windgeschwindigkeiten ist es mit diesem System möglich, den Ballon ohne lange Schleifspuren zum stehen zu bringen und evtl. sogar aufgerüstet stehen zu lassen. Bei Landungen mit größeren Ballonen bzw. bei höheren Windgeschwindigkeiten empfiehlt sich, das Schnellentleerungssystem schon in 2-3 m Höhe zu öffnen. Damit verhindert man unliebsames Wiederaufsteigen des Ballons bzw. lange Schleifspuren.

Funktionsweise des Schnellentleerungssystems

Betriebstemperatur und UV-Strahlung

Die Betriebstemperatur im Inneren der Ballonhülle liegt je nach Aussentemperatur und Beladung zwischen 80 °C und 110 °C. Die Betriebsgrenze für die höchstzulässige Temperatur ist dem Betriebshandbuch des jeweiligen Herstellers entnehmbar. Sie liegt bei den meisten Herstellern zwischen 100 °C und 120 °C. Der amerikanische Hersteller Fire-Fly verwendet für seine Ballone einen Stoff der eine Betriebsgrenze von 140 °C zulässt.
Werden diese Betriebsgrenzen überschritten und der Ballon im Dauerbetrieb mit einer zu hohen Hüllentemperatur gefahren, leidet die Reissfestigkeit bzw. die Dichtigkeit des Stoffes enorm.
Die Reissfestigkeit, die im Neuzustand 1.225 kg/m Stoffbreite beträgt, nimmt sehr schnell ab. Ausserdem wird die Imprägnierung des Stoffes geschädigt, und die Hülle wird undicht, was einen hohen Propangasverbrauch zur Folge hat. Die Hülle wird bei Dauerbetrieb mit hoher Betriebstemperatur schon nach einem Bruchteil der normalen Lebensdauer unbrauchbar.
UV-Strahlung wirkt sich gleichermassen negativ wie Übertemperaturen auf die Lebensdauer einer Ballonhülle aus. Selbst wenn eine Ballonhülle immer schonend bei Temperaturen von 90 °C gefahren wird, wird die Reissfestigkeit des Stoffes nach mehreren hundert Stunden die zulässige Untergrenze unterschreiten.

Korb

Der Korb ist heutzutage nicht mehr so prunkvoll mit Gold und Fahnen geschmückt, wie in den ersten Tagen der Ballonfahrt, zu Zeiten der Montgolfiers.
Er dient nur noch der Aufnahme von Insassen, der notwendigen Gasflaschen und Gerätschaften. Er ist allerdings in Form, Konstruktion und Wahl des Materials sehr traditionsgebunden. In der Tat bietet sich bis dato kein geeigneteres Material für die Korbwände als natürlich gewachsenes Geflechtwerk wie Peddingrohr, Weiden oder ähnliches an. Diese geflochtenen Körbe lassen sich nicht durch Plastik- oder Aluminiumkonstruktionen ersetzen, da nur das Flechtwerk bei härteren Landungen nachgibt, den Schwung des Aufpralls dämpft und trotzdem sehr widerstandsfähig ist.

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1  Brenner

2  Instrumente

3  Brennerstütze

4  Korb

5  Schnelltrennkupplung


Aufbau des Korbes

zum Vergrößern bitte klickenDer Boden des Korbes ist entweder geflochten oder besteht aus einem kräftigen Holzrahmen, der direkt mit den Flechtwänden verbunden ist. Der untere Teil des Geflechts ist abgerundet und mit Leder überzogen. Der obere Teil der Flechtwände ist zum sicheren Schutz der Insassen bei Schleiflandungen nach innen eingezogen. Die Brüstung ist versteift, gepolstert und mit Naturleder überzogen.

Zur Verstärkung des Korbes sind je nach Korbgröße 2 oder mehr alulegierte Rohre in den Wänden eingeflochten, die durch den Korbboden führen. Diese Rohre dienen zugleich zur Führung und zum Schutz gegen mechanische Beschädigung der Korbseile, die den Korb mit dem Brenner und der Hülle verbinden.

Schnelltrennkupplung

Je nach Betriebshandbuch der Hersteller liegt die höchstzulässige Windgeschwindigkeit beim Aufrüstvorgang bzw. Start des HL-Ballons bei ca. 10-12 kt, das entspricht etwa 18-22 km/h. Die Schnelltrennkupplung (Quick-Release) ist eine Einrichtung, um den Ballon auch noch bei solchen Windgeschwindigkeiten sicher ohne große Haltemannschaft aufrüsten zu können. Sie besteht aus einer Vorrichtung, die entweder schon in das Flechtwerk des Korbes integriert ist, oder an den Verbindungskarabinern zwischen Auslauf- und Korbleinen festgemacht werden kann. Sie besteht generell aus einem Haken, in dem ein Seil eingehängt wird. Das andere Ende des Seils wird am Verfolgerfahrzeug festgemacht. Der Ballon ist somit in der Aufrüstphase gesichert. Zum Start kann der Haken vom Piloten aus dem Korb heraus gelöst werden.


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