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Füllansatz

Der Füllansatz, ein zylindrischer Schlauch aus Ballonstoff, ist am unteren Pol durch zwei Füllansatzringe befestigt. Während der Fahrt ist der Füllansatz offen, damit sich das Füllgas bei Erwärmung oder bei sinkendem Außendruck (z.B. Steigen) ausdehnen kann. Durch den unteren Füllansatz führen Ventilleine und Reißgurt aus der Ballonhülle in den Korb. Der am unteren Ende des Füllansatzes eingeschnallte Holzring, der sogenannte Pöschel-Ring, hält den Füllansatz während der Fahrt immer offen. Die Füllansatzzuziehvorrichtung ist eine Leine, die vom Pöschel-Ring in einer Spirale um den Füllansatz herum bis zur Ballonhülle und von dort über eine Umlenkrolle in den Ballonkorb und wieder zum Füllansatz führt. Durch Ziehen an der Leine wird der Pöschel-Ring horizontal gedreht und gleichzeitig einseitig nach oben gekippt. Dadurch schließt sich der Füllansatz, was bei Zwischenlandungen, bei starken Böen und bei der Ballonentleerung vorteilhaft ist. Von den Füllansatzringen aus führen zwei Füllansatzleinen zum Korb, die die einzige Verbindung zwischen Hülle und Korb darstellen. Sie verhindern, dass sich bei einem starken Fall oder bei einer Schleiffahrt die untere Kalotte in die obere hineinstülpt. Der Querschnitt des Füllansatzes ist so zu bemessen, dass bei Erreichen des maximalen Betriebsdruckes mindesten 3% des Gesamtvolumens je Minute abgelassen werden können.

Notöffnung

Seitlich vom Füllansatz befindet sich die Notöffnung, ein dreieckiger Hüllenausschnitt, dessen Fläche etwa der des Füllansatzes entspricht. Sollte der Füllansatz nach dem Start aus irgendwelchen Gründen nicht zu öffnen sein, wird mit der Notöffnungsleine die Notöffnung geöffnet, und während der Fahrt kann das sich ausdehnende Gas entweichen. Die Notöffnungszunge wird danach wieder eingenäht oder mit Klettverschluss befestigt. Die Fugen werden wie bei der Reißbahn mit Klebeband abgedichtet.

Regentraufe

Die Regentraufe ist ein gezahnter oder gerader 20 cm hoher Ballonstreifen, der mit seinem oberen Rand im unteren Drittel des Ballons waagerecht umlaufend angeklebt ist. Der Stoffstreifen steht vom Ballon ab und verhindert, dass das Regenwasser am Ballon entlang bis zum Füllansatz läuft und von dort in den Korb hineintropft. Es leitet das Regenwasser schon außerhalb des Korbes von der Hülle ab.

Prüfung und Reparaturen

Die Ballonhülle muss in regelmäßigen Abständen auf äußere Beschädigungen untersucht werden, wie z.B. Scheuerstellen, Löcher, Risse. Jede Beschädigung muss sofort durch Überkleben mit Ballonstoff repariert werden. Abstehende oder abgescheuerte Abdeckbänder müssen ersetzt werden. Für diese Klebearbeiten darf nur ein vom Ballonhersteller zugelassener Zweikomponentenkleber benutzt werden. Die Gebrauchsanweisung für den Kleber muss genau befolgt werden. Im Betriebshandbuch ist festgelegt, welche größeren Klebearbeiten dem Ballonhersteller oder einem luftfahrttechnischen Betrieb zu übertragen sind. Jährliche Nachprüfungen durch einen anerkannten luftfahrttechnischen Betrieb sind vorgeschrieben.

Reißproben

Die Reißfestigkeit des Ballonstoffes kann nur auf Werkstoffprüfmaschinen überprüft werden. Hierzu wird aus der oberen und der unteren Hüllenkalotte je eine Stoffprobe von 0,50 x 0,50 m entnommen. Diese Stoffprobe wird in 5 cm breite Streifen unterteilt, die genau fadengerade zugeschnitten werden müssen. Die Reißfestigkeit gebrauchten Ballonstoffes darf folgende Werte nicht unterschreiten:

Einfacher Ballonstoff:

Bei Ballonhüllen bis   1260 m³ Inhalt = 250 N in Kette und Schuss
Bei Ballonhüllen über 1260 m³ Inhalt = 300 N in Kette und Schuss

Doublierter Ballonstoff :

Bei Ballonhüllen bis   1260 m³ = 250 N in Kette und Schuss für jede Gewebelage
Bei Ballonhüllen über 1260 m³ = 300 N in Kette und Schuss für jede Gewebelage.

Die gültige Untergrenze für Weiterreißfestigkeit beträgt 5 N.

Ventil

Das Fahrventil, welches am oberen Pol, dem höchsten Punkt der Ballonhülle eingesetzt ist, ermöglicht es, Gas in kontrollierten Mengen abzulassen und den Ballon dadurch zum Sinken zu bringen. Es wird durch die Ventilleine bedient, die im Inneren der Hülle mit ihrem Knebel an den vom Ventil herabhängenden Seilschlaufen befestigt wird und durch die Hülle und den Füllansatz hindurch bis in den Korb führt. Für den Querschnitt des Ventils gilt dasselbe wie für den Füllansatz.
Bei allen Ventilarten befinden sich auf dem Umfang des innenliegenden Holzringes Stehbolzen, die durch entsprechende Löcher in der Hülle von innen nach außen geführt werden. Von außen wird ein weiterer Holzring über die Stehbolzen gesteckt und mit Flügelmuttern gesichert. An diesem äußeren Ring sind gleichmäßig verteilt vier Metallschlaufen befestigt mit Lederriemen, mit denen der Netzkranz am Ventil und damit am Ballon befestigt wird.
Das Klappenventil besteht aus dem äußeren und dem inneren Ring mit den Klappen.
Der äußere Ring ist mit Löchern für die Stehbolzen des inneren Ringes versehen. Die Löcher sind durch aufgeschraubte Beilagscheiben geschützt. Am äußeren Umfang sind die vier Metallschlaufen mit den Netzriemen befestigt. Alle Metallbauteile sind leitend miteinander verbunden.
Der innere Ring trägt in seiner Mitte diagonal einen Holzsteg, an dem mit Scharnieren zwei halbkreisförmige Klappen befestigt sind. Die Klappen und die Unterkante tragen Filzstreifen zur Abdichtung des Ventils. Auf dem Steg sitzt der erhöhte Holzbock, von dessen Metallscheibe Spiralfedern zu je vier Zugringen führen, die am Umfang der beiden Klappen befestigt sind. An der Unterseite der Klappen sind je zwei Seile angebracht, die sich in einem Punkt zur Befestigung der Ventilleine treffen.

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