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AUFBAU UND FUNKTIONSWEISE DES GASBALLONS MIT NETZ
Gasballon-HüllenGrößenNach den Vorschriften der FAI (Fèdèration Aèronautique International) werden Gasballone nach ihrem Volumen in verschiedene Größenklassen eingeteilt. Dabei ist es zulässig, dass der tatsächliche Rauminhalt um +/- 5 % über der Nenngröße liegt. Daraus ergeben sich folgende gebräuchlichen Ballongrößen:
Zwischengrößen gehören in die Klasse der nächst größeren Standardgröße. Werkstoff der Ballonhüllen Der Hüllenstoff eines modernen Gasballons besteht aus einer Lage beschichtetem Nylongewebe. Im Vergleich zu den bis vor einigen Jahren verwendeten beschichteten Baumwollgeweben ist das Nylongewebe um ca. die Hälfte leichter und ca. 60 % reißfester. Kunstfaser- sowie Baumwollgewebe haben als Gewebebindungsart die Leinenbindung, jedoch ist das Kunstfasergewebe zusätzlich mit einer Rip-Stop-Konstruktion versehen, die einen erheblichen sicherheitstechnischen Vorteil bietet. Bei der Leinenbindung mit Rip-Stop wird in gleichen Abständen in beiden Fadenrichtungen (Kette und Schuss) ein doppelter Faden eingewebt. Dieser doppelte Faden erhöht bei Hüllenbeschädigungen den Widerstand gegen das Weiterlaufen des Risses (Fachbegriff Weiterreißfestigkeit). Früher wurde beim Baumwollgewebe eine zweite Stofflage unter 45° gedreht aufvulkanisiert (Fachbegriff schräg doubliert), um die Weiterreißfestigkeit zu erhöhen. Die Gasdichtigkeit des Ballonstoffes wird durch die Beschichtung erreicht. Auf der Außenseite wird die gut färbbare und doch relativ UV-Strahlen-beständige Kunstkautschukmischung "Hypalon" verwendet. Die Innenseite ist mit Butylkautschuk beschichtet, der durch Graphiteinlagerung seine elektrische Leitfähigkeit erhält. Die für die elektrostatischen Eigenschaften ausreichenden Grenzwerte liegen bei einem inneren Oberflächenwiderstand von kleiner 109 Ohm und einer Schichtdicke von weniger als 0,2 mm. Die Gewichte liegen bei beschichteten Baumwollstoffen bei 300 - 350 g/m², bei Kunstfasergeweben bei 190 - 230 g/m². Die Reißfestigkeit in Kette und Schuss muss bei einem 5 cm breiten Stoffstreifen laut Bauvorschrift im Neuzustand mindestens 300 N betragen. Beim Baumwollgewebe liegt sie bei ca. 450 N/5 cm und beim Kunstfasergewebe bei ca. 700 N/5 cm. Konfektion Eine Freiballonhülle wird aus Längsbahnen konfektioniert, die vom oberen zum unteren Pol reichen und am Äquator, der Stoffbreite entsprechend, ca. 1,3 m bis 1,45 m breit sind. Die Längsbahnen sind im allgemeinen aus drei gleichlangen Teilen zusammengesetzt. Die Nähte werden miteinander verklebt und mit einer Doppelnadelmaschine vernäht. Zur Abdichtung und zum Schutz der Nähte werden auf der Innen- und Außenseite Abdeckbänder aufgeklebt. Der obere und untere Pol der Ballonhülle werden durch Ballonstoff verstärkt. Beide Öffnungen sind gleich groß. Am oberen Pol wird das Ventil eingebaut, am unteren Ende eine Füllansatz befestigt. Die Polöffnungen werden durch ein eingelegtes Hanfseil gegen Einreißen geschützt. Reißbahn Die Reißbahn ist ein Ausschnitt in der oberen Kalotte, der vom oberen Pol bis kurz oberhalb des Äquators reicht. Sie dient dem Ballonführer zum schnellen Entleeren der Hülle nach der Landung, wie es z.B. bei höheren Windgeschwindigkeiten notwendig ist. Der Ausschnitt ist der Form der Längsbahnen entsprechend konisch. Er ist durch ein eingelegtes Hanfseil und durch aufgeklebte Doppelungen verstärkt.Der Ausschnitt wird durch die Reißbahnzunge von innen verschlossen. Bei der genähten Reißbahn sind an den Rändern von Ausschnitt und Reißbahnzunge Ösen eingearbeitet, durch die die beiden Teile miteinander verschnürt werden. Über die verschnürten Ränder der Reißbahn wird ein selbstklebendes Band geklebt, mit dem die Öffnungen der Ösen weitgehend gasdicht verschlossen und die Verschnürungsfäden geschützt werden. Bei neueren Ballonen wird die Reißbahnzunge nicht mehr eingeschnürt, sondern mittels eines Kletthaftverschlusses am Hüllenausschnitt befestigt. Dieser Klettverschluss ist mit Silber bedampft, um elektrostatisch notwendige Leitfähigkeit zu erzielen. An der Überlappung von Reißbahnzunge und Hüllenausschnitt wird zur Abdichtung ein selbstklebendes Band aufgeklebt. Am oberen , schmalen Ende der Reißbahnzunge ist ein Knebel eingearbeitet, von dem aus der Reißgurt durch das Balloninnere bis zum Korb geführt wird. In der Nähe des Ventils ist dieser Reißgurt mit ca. 2 m Durchhang an einer Ringscheibe gesichert. Durch kräftiges Ziehen am Reißgurt wird diese Sicherung gelöst, der Durchhang fällt herab, und erst nach weiterem Ziehen wird die Zunge von der Reißbahn getrennt. Der Ballon entleert sich sehr rasch durch die Reißbahnöffnung. Vor dem erneuten Aufrüsten des Ballons wird die Reißbahn gemäß den Vorschriften der Ballonhersteller, wie sie aus dem Fahrt- und Betriebshandbuch hervorgehen, wieder geschlossen. | |||||||||||||||||
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